Berufe und Amtsbezeichnungen
- Instmann
Ein Instmann ist in Ostdeutschland bis ins 19. Jahrhundert ein landwirtschaftlicher
Arbeiter, der sich in einer Gutsherrschaft auf dem Dorfe oder dem Gute einmietete,
Vieh hielt und Land pachtete und daneben den Taglohn auf dem Gute arbeitete
(Instverhältnis). Die Insthäuser lagen häufig als abgesonderte Instsiedlung vom
Gutshof getrennt in Form eines Strassendorfes. Nach der Bauernbefreiung wurden die
Instleute allmählich zu Gutstagelöhnern und die Bezeichnung ging auf diese ueber.
Aus: Haberkern/Wallach: Hilfswörterbuch fuer Historiker, 8. Auflage, Tübingen
1995
- Quatzner
- Schulze
Freischulzen - Setzschulzen
Aufgaben: landesherrliche Abgaben einsammeln und abführen, Polizei des Dorfes handhaben
das Dorf oder Schulzengericht und dem Beisitz bäuerlicher Schöffen zu hegen. (zuständig
für geringere Strafsachen) Von den verhängten Geldbußen, die meist 4 Schillinge nicht
übersteigen durften erhielt der Schulze einen Anteil.
- Tucker
Die Tucker fischen mit einem Kahn, der nur einen Mast hat. Es fahren immer zwei
zusammen, welche eine Partie (eine Matschap oder Maatschap, Kameradschaft) ausmachen.
Ihr langes Netz wird mit einem Flügel an den Kahn des einen Tuckers und mit dem
anderen Flügel an den Kahn seines Genossen gefestigt. Sie fahren, das Netz zwischen
sich, in einer gleichbleibenden Entfernung von einander auf dem Wasser fort, bis
sie ihren Fang herausziehen wollen. Das Fahrzeug kostet gegen tausend Taler und
das Netz ist etwas 50 Tlr wert [1795, Wollin]. Der Tuckerkahn hat das Eigenthümliche,
daß in der Mitte mehr als ein Drittel seiner Länge allenthalben mit Löchern, vom
Umfang eines Fingers, durchbohrt ist. Durch diese Löcher dringt das Wasser ein, und
so wird das Fahrzeug zugleich ein großer Fischkasten, in welchen sie ihren Fang
aufbewahren. Zur Erbauung eines solchen Schiffes gibt die Regierung 140 Tlr.
Baugelder als Unterstützung. Da immer zwei zusammen fischen, so schließen diese
beiden auf ein Jahr die Kameradschaft.
- Zesener
Die Zesener haben einen Kahn mit zwei Masten. Jeder fischt für sich allein mit
einem Netz, welches an der Seite des Schiffes, dem Winde zugekehrt, befestigt ist.
(sogenanntes "Zeesen") Sie machen sich auch einen Nebenverdienst
durch Frachtfuhren.
- Zollner